Helen Walsh ist eine weitestgehend arbeitslose, an Depressionen leidende Privatdetektivin, die gerade wieder bei ihren Eltern einziehen mußte, weil sie aus ihrer Wohnung herausgeflogen ist. Da kommt ihr ein Auftrag ihres Ex-Freundes Jay gerade recht: er ist der Manager der in Irland einst legendären Boyband Laddz, die in wenigen Tagen ihr fast bis auf die letzten Tickets ausverkauftes Wiedervereinigungskonzert geben soll. Leider ist Wayne Diffney, eins der Bandmitglieder, spurlos verschwunden. Helen soll ihn ausfindig machen, und da die Aufgabe sie zumindest zeitweise von ihren Problemen ablenken kann und obendrein gut bezahlt wird, macht sie sich schleunigst und mit großem Eifer an die Arbeit...
Ich bin ja so ein kleines Marian Keyes-Fangirl. Ich finde ihre Bücher wahnsinnig unterhaltsam, trotz der meist unfaßbar traurigen Themen. Auf Helens Buch war ich ganz besonders gespannt. Dazu muß man wissen, daß diese Figur die jüngste von fünf Schwestern ist, die jede bereits ihr eigenes Buch hatte. Helen ist in jedem dieser vorherigen Bücher als Nebenfigur aufgetaucht, und ich fand sie immer äußerst erfrischend als Buchcharakter.
Helen wurde nämlich immer als eine Frau charakterisiert, die nur das tut, was sie will, und äußerst unverblümt genau das sagt, was ihr gerade durch den Kopf geht. Die erste Szene von The Mystery of Mercy Close (Mercy Close ist übrigens nichts anderes als die Straße, in der der verschwundene Wayne wohnt) ist da ganz typisch. Helen mußte aus ihrer Wohnung ausziehen, weil sie die Raten nicht bezahlen konnte, und kreuzt bei ihren Eltern auf. Nun ergibt sich der folgende Dialog:
"I've news," I said.
Mum found her voice. "What are you doing here?"
"I live here."
"You don't. We got rid of you. We painted your room. We've never been happier."
"I said I've news. That's my news. I live here."
Helen ist sehr selbstbewußt und weiß ziemlich genau, was sie will und was sie nicht will. Außerdem hat sie eine sogenannte shovel list. Das ist eine Liste von Menschen, Dingen, oder auch Ausdrücken, die sie so aggressiv machen, daß sie ihnen am liebsten die flache Seite einer Schaufel ins Gesicht schlagen würde. Ich überlege ja schon die ganze Zeit, ob ich so eine Liste nicht auch haben sollte. Ganz oben auf dieser Liste würde meine Ex-Arbeitskollegin C. stehen, die nicht nur dumm, verlogen und niederträchtig ist, sondern solch einen Schlag mit einer Schaufel ins Gesicht zweifellos auch als Schönheits-OP von der Krankenkasse bezahlt bekäme. Ziemlich weit oben wären auch noch Unternehmensberater, die Äußerungen wie die folgende tun: "Die Projeksprache ist Deutsch. Und jetzt lassen Sie uns mal darüber diskutieren, wie Sie Ihre Commodities zu Spend Categories clustern, und wie es um Ihr Supplier Development bestellt ist....". Das Wort "nachhaltig" wäre definitiv ganz weit vorne, genau wie die Werbung für das Haarfärbemittel, das die Haare "glossy glänzend" macht. Und die Taschentücher, die nicht einfach nur weich, sondern soft sind. Autofahrer, die es für uncool halten, wenn man auf der Autobahn beim Fahrspurwechsel blinkt. Sigmar Gabriel - na ja, wenn das Tempolimit nicht kommt, muß ich ihm vielleicht doch keine Schaufel ins Gesicht schlagen. Ok, meine Liste wäre ganz schön lang, aber ich schweife ab.
The Mystery of Mercy Close hat keine besonders faszinierende Handlung. Helen forscht nach, wo Wayne abgeblieben ist und kämpft dabei gegen ihre schlimmer werdende Depression an, die sogar soweit geht, daß sie sich das Leben nehmen will. Das soll jetzt aber nicht heißen, daß das Buch sterbenslangweilig ist - das ist es nämlich ganz und gar nicht. Es ist in der Ich-Form geschrieben, und so hat man beim Lesen das Gefühl, daß einem eine ziemlich verpeilte, aber doch sehr liebenswerte und bodenständige Freundin eine lange und sehr dramatische Geschichte erzählt.
Was mich aber sehr überrascht hat, ist die Sache mit der Depression. Soweit ich weiß, leidet (oder litt) die Autorin Marian Keyes selbst an Depressionen, ich gehe also davon aus, daß sie weiß, worüber sie schreibt. Ich hätte jedoch nie erwartet, daß eine so direkte, unverblümte und teilweise auch etwas rücksichtslose Person wie Helen so ein Leiden haben könnte. Ich habe immer gedacht, das sei eher eine Krankheit, die besonders sensiblen und mitfühlenden Menschen zu schaffen macht, die sich alles immer sehr zu Herzen nehmen. Aber andererseits weiß ich nur sehr wenig über dieses Thema. Vielleicht ist die Handlung des Buches tatsächlich sehr schlüssig und es sind ganz andere Faktoren und persönliche Umstände, die dazu führen, daß jemand depressiv ist.
Laßt euch durch dieses traurige Thema jedenfalls nicht vom Lesen des Buchs abhalten. Es ist wirklich ein gutes Buch. Auch wenn ich Helens Vorliebe für düstere Wandfarben mit ekligen Namen (wie z. B. Wundbrand, Thrombose oder auch Blutsturz) beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Die Wand hinter meinem Computermonitor ist in sonnigem Gelb gestrichen, und wenn ich hier fertig bin, werde ich die Nacht in meinem rosa gestrichenen Schlafzimmer mit rosa Vorhängen (ja, es war für meinen Liebsten nicht leicht, diese Farbgestaltung zu verkraften) verbringen.
Dienstag, 21. Mai 2013
Dienstag, 7. Mai 2013
Darauf hat die Menschheit gewartet (echt jetzt).
Neulich mußte ich einmal mitten in der Nacht (an einem Samstag Morgen um 9 Uhr, um genau zu sein, und ich HASSE es, am Wochenende zu einer einstelligen Uhrzeit aufzustehen) nach Dortmund-Hörde, um mein Auto bei Carglass abzugeben. Carglass hasse ich eigentlich auch, wegen der bescheuerten Werbung, aber meine Versicherung hatte mir nur einige Werkstätten zur Auswahl genannt, die ich nehmen konnte, und diese war wenigstens in der Nähe von ein paar Läden und einer U-Bahn Haltestelle. Also schlenderte ich kurz nach 9 Uhr gelassenen Schrittes durch das noch sehr verschlafene Hörde und hatte einige Stunden Zeit totzuschlagen. Eines der wenigen Geschäfte, das schon geöffnet hatte, war ein Woolworth-Laden. Dazu muß man wissen, daß ich vor gut 20 Jahren in Hörde gearbeitet habe und damals sehr häufig einen Teil meiner Mittagspause in diesem Woolworth-Laden verbracht habe. Es gab da nämlich zwei Dinge, von denen ich mich unmöglich fernhalten konnte: eine Bücherabteilung mit vielen Liebesromanen, und eine große und gutsortierte Kosmetikabteilung. Gut, daß sie nicht auch noch eine große Auswahl an Schuhen, Handtaschen und Ohrringen hatten, sonst hätte ich mich wahrscheinlich nachts dort einschließen lassen. Ich war also verständlicherweise sehr neugierig, wie es heute bei Woolworth aussieht. Und es war eine riesengroße Enttäuschung! Was für ein billiger Ramschladen, dagegen wirkt jedes 1 Euro-Geschäft ja schon fast wie ein Einkaufsparadies! Doch dann entdeckte ich ES. Und natürlich erkannte ich sofort, daß ich ES kaufen mußte, denn es ist ja das, worauf die Menschheit schon so furchtbar lange gewartet hat. Es ist...
...Hello Kitty-Klopapier mit Rosenduft!!
...Hello Kitty-Klopapier mit Rosenduft!!
Montag, 6. Mai 2013
Stephen Blackmore: Dead Things
Eric Carter ist ein Magier der Fachrichtung Totenbeschwörung (bißchen wie Anita Blake, nur cooler). Vor vielen Jahren hat er seine Heimatstadt Los Angeles verlassen, doch jetzt kehrt er zurück, um herauszufinden, wer seine Schwester Lucy ermordet hat. Kaum dort angekommen, sind alle möglichen Leute hinter ihm her und wollen ihn selbst umbringen oder zumindest vertreiben. Aber wer? Sein alter Freund Alex, seine Ex-Freundin Vivian, ein lebendiger sowie ein toter Gangsterboss und auch eine mexikanische Totengöttin kommen in Frage, doch wer davon meint es ernst und wer hat etwas mit Lucys Tod zu tun? Eric hat es nicht leicht, das Verbrechen aufzuklären und selbst mit dem Leben davonzukommen.
Dead Things ist das erste Buch, das in der Gegenwartsform geschrieben ist und das ich trotzdem freiwillig gelesen habe. Ich könnte noch nicht mal sagen warum, aber es paßt einfach zu Stephen Blackmores Schreibstil. Es ist eine von diesen hard-boiled Geschichten (ich benutze wirklich nicht gern überflüssige Anglizismen, aber für hard-boiled kenne ich keine angemessene Übersetzung), wie ich sie manchmal sehr gern mag. Der Ich-Erzähler Eric ist alles in allem keine besonders sympathische Figur, aber er ist auch nicht bösartig - und er ist irgendwie cool. Na ja, das war Anita Blake in den ersten paar Büchern schließlich auch, aber das nur nebenbei. Eric hat ein enorm dreckiges Mundwerk. Ich hatte sogar kurz die Idee, mal nachzuzählen, wie oft das Wort fuck auf den 295 Seiten vorkommt, aber dann war ich zu faul dazu. Für solche Aktivitäten sind e-books wohl doch besser geeignet!
Die Geschichte selbst ist für das Genre nichts außergewöhnliches. Eric hat eine schlimme Vergangenheit und eine wahrscheinlich schlimmere Zukunft, steckt ständig in Schwierigkeiten und wird dauernd verfolgt und konsequenterweise meistens auch aufgespürt und verprügelt oder sonstwie verletzt. Manchmal weiß er, wer ihm schaden will, manchmal auch nicht. Für einige Zeit hat er Grund, seinem Freund Alex zu mißtrauen, und jemand, von dem er dachte, er sei tot, ist es nicht so ganz.
Wie es in solchen Büchern nicht selten ist, stellt sich am Ende heraus, daß alle Handlungsstränge zusammenhängen und daß Lucy von jemandem getötet wurde, der eigentlich gar keinen Grund dazu hatte. Aber es ist eben eine wahnsinnig spannende Geschichte, mit Action von der ersten bis zur letzten Seite und wunderbar abgefahrenen Details. Es gibt keine Durchhänger und keine Langeweile, und ich habe mich beim Lesen einfach nur zurückgelehnt und die haarsträubenden Ereignisse auf mich einwirken lassen. (Ich hätte auch "genossen" schreiben können, aber das wäre vielleicht etwas geschmacklos. Es wird schließlich jede Menge Blut vergossen).
Übrigens kennt Eric wirklich die geilsten Zaubersprüche. Einmal ist er in einem Cadillac unterweges, was seine Verfolger auch wissen. Also klebt er einfach einen Aufkleber auf die Windschutzscheibe, mit der Aufschrift: "Gray Honda Civic Totally Not A Cadillac". Ein anderes Mal entführt er einen Krankenwagen und fährt damit auf den Parkplatz eines vornehmen Country Clubs. Dort bringt er einen - oha, wie nennt man diesen Beruf? - Valet Parker dazu, den Krankenwagen zu parken und Eric stattdessen einen Mercedes zu bringen. Die Rechtfertigung folgt auf dem Fuße: "A few minutes later I'm on the road in somebody's S Class. Kid'll probably lose his job, but who wants to be stuck parking rich assholes' cars, anyway? Doing him a favor."
Tja, ich hoffe, mir tut niemals jemand so einen Gefallen. Trotzdem eine sehr coole Aktion. So wie sich das Ende anhört, könnte ich mir denken, daß es eine Fortsetzung geben wird, und da ich mit Dead Things so einen Spaß hatte, werde ich die auf jeden Fall auch lesen.
Dead Things ist das erste Buch, das in der Gegenwartsform geschrieben ist und das ich trotzdem freiwillig gelesen habe. Ich könnte noch nicht mal sagen warum, aber es paßt einfach zu Stephen Blackmores Schreibstil. Es ist eine von diesen hard-boiled Geschichten (ich benutze wirklich nicht gern überflüssige Anglizismen, aber für hard-boiled kenne ich keine angemessene Übersetzung), wie ich sie manchmal sehr gern mag. Der Ich-Erzähler Eric ist alles in allem keine besonders sympathische Figur, aber er ist auch nicht bösartig - und er ist irgendwie cool. Na ja, das war Anita Blake in den ersten paar Büchern schließlich auch, aber das nur nebenbei. Eric hat ein enorm dreckiges Mundwerk. Ich hatte sogar kurz die Idee, mal nachzuzählen, wie oft das Wort fuck auf den 295 Seiten vorkommt, aber dann war ich zu faul dazu. Für solche Aktivitäten sind e-books wohl doch besser geeignet!
Die Geschichte selbst ist für das Genre nichts außergewöhnliches. Eric hat eine schlimme Vergangenheit und eine wahrscheinlich schlimmere Zukunft, steckt ständig in Schwierigkeiten und wird dauernd verfolgt und konsequenterweise meistens auch aufgespürt und verprügelt oder sonstwie verletzt. Manchmal weiß er, wer ihm schaden will, manchmal auch nicht. Für einige Zeit hat er Grund, seinem Freund Alex zu mißtrauen, und jemand, von dem er dachte, er sei tot, ist es nicht so ganz.
Wie es in solchen Büchern nicht selten ist, stellt sich am Ende heraus, daß alle Handlungsstränge zusammenhängen und daß Lucy von jemandem getötet wurde, der eigentlich gar keinen Grund dazu hatte. Aber es ist eben eine wahnsinnig spannende Geschichte, mit Action von der ersten bis zur letzten Seite und wunderbar abgefahrenen Details. Es gibt keine Durchhänger und keine Langeweile, und ich habe mich beim Lesen einfach nur zurückgelehnt und die haarsträubenden Ereignisse auf mich einwirken lassen. (Ich hätte auch "genossen" schreiben können, aber das wäre vielleicht etwas geschmacklos. Es wird schließlich jede Menge Blut vergossen).
Übrigens kennt Eric wirklich die geilsten Zaubersprüche. Einmal ist er in einem Cadillac unterweges, was seine Verfolger auch wissen. Also klebt er einfach einen Aufkleber auf die Windschutzscheibe, mit der Aufschrift: "Gray Honda Civic Totally Not A Cadillac". Ein anderes Mal entführt er einen Krankenwagen und fährt damit auf den Parkplatz eines vornehmen Country Clubs. Dort bringt er einen - oha, wie nennt man diesen Beruf? - Valet Parker dazu, den Krankenwagen zu parken und Eric stattdessen einen Mercedes zu bringen. Die Rechtfertigung folgt auf dem Fuße: "A few minutes later I'm on the road in somebody's S Class. Kid'll probably lose his job, but who wants to be stuck parking rich assholes' cars, anyway? Doing him a favor."
Tja, ich hoffe, mir tut niemals jemand so einen Gefallen. Trotzdem eine sehr coole Aktion. So wie sich das Ende anhört, könnte ich mir denken, daß es eine Fortsetzung geben wird, und da ich mit Dead Things so einen Spaß hatte, werde ich die auf jeden Fall auch lesen.
Dienstag, 9. April 2013
Wo ist Jim C. Hines, wenn man ihn braucht?
Wer hat's erfunden? Keine Ahnung, aber gefunden habe ich es auf der Website von Theresa Medeiros.
Und ich glaube trotzdem, daß Jim C. Hines das noch besser kann...
Jill Sorenson: Crash Into Me
Die junge FBI-Agentin Sonora Vasquez, genannt Sonny, wird nach La Jolla in Kalifornien geschickt, um undercover in einer Serie von Frauenmorden zu ermitteln. Der Hauptverdächtige ist Ben Fortune, ein reicher und berühmter Surfer, der dort zurückgezogen mit seiner halbwüchsigen Tochter Carly lebt. Bens verstorbene Frau war das erste Opfer der Mordserie, und ein Mann wurde deswegen angeklagt und verurteilt, doch mittlerweile bestehen Zweifel an seiner Schuld. Womit Sonny allerdings nicht rechnet, ist, daß sie sich in Ben verliebt und seine Tochter in ihr Herz schließt. Dazu kommt, daß sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wird und Erinnerungen an ihre alles andere als angenehme Kindheit hochkommen...
Erwähnte ich schon, daß ich gerade eine Romantic Suspense Phase habe? Bei Crash Into Me steht eher das romantische Element im Vordergrund, und das ist in diesem Fall auch okay, denn als Krimi funktioniert das Buch wirklich nicht. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, ich mag einfach den Schreibstil von Jill Sorenson, aber ehrlich gesagt - es ist kein besonders gutes Buch.
Die Charaktere verhalten sich teilweise seltsam, teilweise dumm, und manchmal beides auf einmal. Da ist Sonny, die Carly vor dem Ertrinken rettet und diese Gelegenheit nutzt, um sie und Ben näher kennenzulernen. So weit, so gut, ist ja ein Undercover-Einsatz. Aber dann kommt's: Ben und Carly bedanken sich nicht einfach nur bei Sonny und laden sie zum Essen ein - nein, es ist gleich eine Familienfeier, und zu diesem Anlaß schenkt Carly Sonny auch noch ein wertvolles Schmuckstück, das diese sogar annimmt.
Wenig später läßt sich Sonny mir nichts, dir nichts und ohne groß zu überlegen auf ein Verhältnis mit Ben ein, weil der ja soooo unwiderstehlich ist. Ihre Ermittlungen als stümperhaft zu bezeichnen, ist noch geschmeichelt. Andererseits verbringt sie auch nicht besonders viel Zeit mit Ermitteln. Wenn ich Sonnys Chef wäre, hätte ich sie gefeuert und ihr eine berufliche Laufbahn als Fitnesstrainerin oder so vorgeschlagen (Sonny ist sehr sportlich). Zu meinem großen Erstaunen kommt aber nur so etwas wie ein "na ja, ist ja jetzt nicht so optimal gelaufen, aber Schwamm drüber, ist ja alles gut ausgegangen".
Carly hat psychische Probleme (sie ritzt sich) und ist deswegen auch in Behandlung - aber sobald sie mit ihrem Freund James zusammen ist, legen sich die Probleme wie von alleine. Natürlich nur, solange es keinen Zoff oder Mißverständnisse mit James gibt. James selbst kommt aus einer bettelarmen Familie und leidet unter seinem Vater, der ein krimineller Widerling ist. Er ist sich nicht sicher, ob er gut genug für ein reiches Mädchen wie Carly ist, und wer schon so einige Liebesromane gelesen hat, weiß ja, was passiert wenn ein LiRo-Held seine "ich bin nicht gut genug für dich"-Phase hat. James' Bedenken sind allerdings durchaus nachvollziehbar, denn die beiden kommen wirklich aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen.
Ich habe Crash Into Me sehr schnell (für meine Verhältnisse) durchgelesen und habe mich auch gut unterhalten gefühlt, aber das Buch wäre viel besser gewesen, wenn die Heldin mehr Grips gehabt hätte und die Charaktere sich ganz allgemein etwas normaler benommen hätten. Ich meine, niemand läd doch eine wildfremde Frau zu einer Familienfeier ein, oder? Vor allem, wenn man schon vorher weiß, daß es bei der Feier wahrscheinlich Zoff geben wird.
Erwähnte ich schon, daß ich gerade eine Romantic Suspense Phase habe? Bei Crash Into Me steht eher das romantische Element im Vordergrund, und das ist in diesem Fall auch okay, denn als Krimi funktioniert das Buch wirklich nicht. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, ich mag einfach den Schreibstil von Jill Sorenson, aber ehrlich gesagt - es ist kein besonders gutes Buch.
Die Charaktere verhalten sich teilweise seltsam, teilweise dumm, und manchmal beides auf einmal. Da ist Sonny, die Carly vor dem Ertrinken rettet und diese Gelegenheit nutzt, um sie und Ben näher kennenzulernen. So weit, so gut, ist ja ein Undercover-Einsatz. Aber dann kommt's: Ben und Carly bedanken sich nicht einfach nur bei Sonny und laden sie zum Essen ein - nein, es ist gleich eine Familienfeier, und zu diesem Anlaß schenkt Carly Sonny auch noch ein wertvolles Schmuckstück, das diese sogar annimmt.
Wenig später läßt sich Sonny mir nichts, dir nichts und ohne groß zu überlegen auf ein Verhältnis mit Ben ein, weil der ja soooo unwiderstehlich ist. Ihre Ermittlungen als stümperhaft zu bezeichnen, ist noch geschmeichelt. Andererseits verbringt sie auch nicht besonders viel Zeit mit Ermitteln. Wenn ich Sonnys Chef wäre, hätte ich sie gefeuert und ihr eine berufliche Laufbahn als Fitnesstrainerin oder so vorgeschlagen (Sonny ist sehr sportlich). Zu meinem großen Erstaunen kommt aber nur so etwas wie ein "na ja, ist ja jetzt nicht so optimal gelaufen, aber Schwamm drüber, ist ja alles gut ausgegangen".
Carly hat psychische Probleme (sie ritzt sich) und ist deswegen auch in Behandlung - aber sobald sie mit ihrem Freund James zusammen ist, legen sich die Probleme wie von alleine. Natürlich nur, solange es keinen Zoff oder Mißverständnisse mit James gibt. James selbst kommt aus einer bettelarmen Familie und leidet unter seinem Vater, der ein krimineller Widerling ist. Er ist sich nicht sicher, ob er gut genug für ein reiches Mädchen wie Carly ist, und wer schon so einige Liebesromane gelesen hat, weiß ja, was passiert wenn ein LiRo-Held seine "ich bin nicht gut genug für dich"-Phase hat. James' Bedenken sind allerdings durchaus nachvollziehbar, denn die beiden kommen wirklich aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen.
Ich habe Crash Into Me sehr schnell (für meine Verhältnisse) durchgelesen und habe mich auch gut unterhalten gefühlt, aber das Buch wäre viel besser gewesen, wenn die Heldin mehr Grips gehabt hätte und die Charaktere sich ganz allgemein etwas normaler benommen hätten. Ich meine, niemand läd doch eine wildfremde Frau zu einer Familienfeier ein, oder? Vor allem, wenn man schon vorher weiß, daß es bei der Feier wahrscheinlich Zoff geben wird.
Montag, 1. April 2013
Horoskope
Ich bin generell kein Mensch, den es zu spirituellen oder esoterischen Dingen hinzieht. (Zumindest nicht, seit ich mit 18 mal auf einer Geburtstagsparty in betrunkenem Zustand mit ein paar Freundinnen versucht habe, mit Geistern zu kommunizieren. Die Geister haben übrigens nicht geantwortet, aber M., in deren Zimmer wir das gemacht haben, sagte am nächsten Tag, daß sie gar nicht gut schlafen konnte, weil sie sich ein wenig gegruselt hat). Allerdings lese ich gern mein Horoskop, wenn ich es in einer Zeitschrift sehe. Meistens sind die Texte der Horoskope ja so allgemein verfaßt, daß jeder etwas passendes für sich darin findet und sofort ein schlechtes Gewissen bekommt. Da steht dann beispielsweise, daß man weniger Geld ausgeben, mehr Gemüse essen und auch bei ekligem Wetter Sport machen soll. Paßt eigentlich immer, nicht wahr?
Aber in letzter Zeit habe ich schon zwei Horoskope gelesen, die ganz untypisch präzise formuliert waren. Für den Februar wurde mir nämlich ein Knöllchen fürs Falschparken vorhergesagt. Fakt ist: ich mußte bisher nur zweimal in meinem Leben fürs Falschparken bezahlen. Tja, da wußte der Horoskoperfinder wohl nicht, daß ich zwar manchmal zu schnell fahre, aber nur ganz selten falsch parke.
Noch verdutzter war ich aber, als ich am Freitag das Horoskop in der Fernsehzeitschrift meines Vaters las, denn da stand:
Hm...Ich besitze tatsächlich eine Stereoanlage. Die habe ich Anfang 1990 gekauft.
Also, liebe Horoskopschreiber: macht mir lieber wieder ein schlechtes Gewissen. Das wirkt glaubwürdiger.
Aber in letzter Zeit habe ich schon zwei Horoskope gelesen, die ganz untypisch präzise formuliert waren. Für den Februar wurde mir nämlich ein Knöllchen fürs Falschparken vorhergesagt. Fakt ist: ich mußte bisher nur zweimal in meinem Leben fürs Falschparken bezahlen. Tja, da wußte der Horoskoperfinder wohl nicht, daß ich zwar manchmal zu schnell fahre, aber nur ganz selten falsch parke.
Noch verdutzter war ich aber, als ich am Freitag das Horoskop in der Fernsehzeitschrift meines Vaters las, denn da stand:
"Das jüngst erworbene Hi-Fi-Gerät weist Fehler auf. Noch können Sie es umtauschen."
Hm...Ich besitze tatsächlich eine Stereoanlage. Die habe ich Anfang 1990 gekauft.
Also, liebe Horoskopschreiber: macht mir lieber wieder ein schlechtes Gewissen. Das wirkt glaubwürdiger.
Samstag, 30. März 2013
Fröhliche Ostern!
Ihr Lieben, ich wünsche euch schöne Osterfeiertage und daß nicht versehentlich statt dem Osterhasen der Weihnachtsmann kommt. Wäre ja kein Wunder bei dem Wetter! (Das Foto habe ich gestern nachmittag von meinem Balkon aus gemacht...)
Freitag, 29. März 2013
Sandra Brown: Smoke Screen
Die Fernsehreporterin Britt Shelley wacht eines Morgens neben der Leiche von Jay Burgess in dessen Bett auf und kann sich nicht erinnern, was passiert ist und wie sie dort hingekommen ist. Da Jay ermordet wurde, ist Britt natürlich die Hauptverdächtige. Die Tatsache, daß Jay selbst Polizist war und in der ganzen Stadt als Held verehrt wurde, macht Britts Situation nicht leichter. Dann aber taucht Raley Gannon auf, der sich schon einmal in der exakt gleichen Situation wie Britt befunden hat. Wenig später versucht jemand, Britt zu töten. Vieles deutet darauf hin, daß die Ereignisse mit einem Feuer in einer Polizeistation vor einigen Jahren zusammenhängen, bei dem ein Mann ums Leben kam. Britt und Raley beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen...
Ich bin ja im Moment auf einem Romantic Suspense Trip. Sandra Browns Bücher, auch dieses, sind mehr Suspense als Romantic, aber das macht nichts. Es ist wirklich wahnsinnig spannend. Ich mag es, wenn die Handlung eines Buches nie vorhersehbar ist und ständig überraschende Wendungen nimmt. Das ist bei Smoke Screen der Fall. Der Buchtitel ist übrigens unglaublich passend, was der Leser allerdings erst am Ende bemerkt.
Britt und Raley sind nicht gerade die allergrößten Sympathieträger unter den Buchprotagonisten - wobei ich Raley sympathischer fand als Britt - aber sie sind in Ordnung. Britt ist hat weder Verwandte noch wirkliche Freunde, sondern nur gelegentlich, um es in den unverblümten Worten meines Liebsten auszudrücken, einen Stecher. Sie ist ziemlich karrieregeil. Andererseits ist sie aber auch nicht ohne Mitgefühl, und daß sie vor Jahren eine recht fiese, aber nicht vollständig auf Tatsachen fußende Reportage über Raley gemacht hat, tut ihr aufrichtig leid. Raley ist etwas komplexer. Er war früher Feuerwehrmann, und das war auch sein absoluter Traumberuf. Durch das Feuer in der Polizeistation hat er jedoch alles verloren und schwankt stimmungsmäßig ein wenig zwischen Resignation und Rachsucht. Was mir aber sowohl an Raley als auch an Britt gefällt ist, daß sie beide die Fähigkeit besitzen, pragmatisch zu denken. Keine Hysterie, kein überflüssiges Drama, keine TSTL-Momente. Diese beiden betrachten ihre augenblickliche Situation, wägen ihre Optionen ab, und reagieren so sinnvoll wie möglich, auch wenn sie dabei das kleinste von mehreren möglichen Übeln wählen müssen.
Smoke Screen hat neben den beiden Hauptfiguren auch noch jede Menge interessanter Nebenfiguren zu bieten. Fast alle haben etwas zu verbergen und die meisten haben Dreck am Stecken, ganz unabhängig davon, ob sie reiche Bauunternehmer, Justizangestellte oder Ku Klux Klan-Mitglieder und Schwulenhasser sind. Die wirklich bösen sind nicht die, bei denen man es zunächst vermutet.
So ist es ein packendes Buch, das bis zum Ende die Spannung aufrecht erhält. Genau so muß ein Krimi sein!
Ich bin ja im Moment auf einem Romantic Suspense Trip. Sandra Browns Bücher, auch dieses, sind mehr Suspense als Romantic, aber das macht nichts. Es ist wirklich wahnsinnig spannend. Ich mag es, wenn die Handlung eines Buches nie vorhersehbar ist und ständig überraschende Wendungen nimmt. Das ist bei Smoke Screen der Fall. Der Buchtitel ist übrigens unglaublich passend, was der Leser allerdings erst am Ende bemerkt.
Britt und Raley sind nicht gerade die allergrößten Sympathieträger unter den Buchprotagonisten - wobei ich Raley sympathischer fand als Britt - aber sie sind in Ordnung. Britt ist hat weder Verwandte noch wirkliche Freunde, sondern nur gelegentlich, um es in den unverblümten Worten meines Liebsten auszudrücken, einen Stecher. Sie ist ziemlich karrieregeil. Andererseits ist sie aber auch nicht ohne Mitgefühl, und daß sie vor Jahren eine recht fiese, aber nicht vollständig auf Tatsachen fußende Reportage über Raley gemacht hat, tut ihr aufrichtig leid. Raley ist etwas komplexer. Er war früher Feuerwehrmann, und das war auch sein absoluter Traumberuf. Durch das Feuer in der Polizeistation hat er jedoch alles verloren und schwankt stimmungsmäßig ein wenig zwischen Resignation und Rachsucht. Was mir aber sowohl an Raley als auch an Britt gefällt ist, daß sie beide die Fähigkeit besitzen, pragmatisch zu denken. Keine Hysterie, kein überflüssiges Drama, keine TSTL-Momente. Diese beiden betrachten ihre augenblickliche Situation, wägen ihre Optionen ab, und reagieren so sinnvoll wie möglich, auch wenn sie dabei das kleinste von mehreren möglichen Übeln wählen müssen.
Smoke Screen hat neben den beiden Hauptfiguren auch noch jede Menge interessanter Nebenfiguren zu bieten. Fast alle haben etwas zu verbergen und die meisten haben Dreck am Stecken, ganz unabhängig davon, ob sie reiche Bauunternehmer, Justizangestellte oder Ku Klux Klan-Mitglieder und Schwulenhasser sind. Die wirklich bösen sind nicht die, bei denen man es zunächst vermutet.
So ist es ein packendes Buch, das bis zum Ende die Spannung aufrecht erhält. Genau so muß ein Krimi sein!
Samstag, 16. Februar 2013
Michelle Raven: Gefährlicher Einsatz
Rose Gomez ist die Witwe eines Navy SEALS, der bei einem Einsatz ums Leben kam. Sie ist Afghanistan-Expertin und lehrt als solche an einer Universität. Als zwei verdeckte Ermittlerinnen einer amerikanischen Sondereinheit in Afghanistan spurlos verschwinden, wird Rose von einem ehemaligen Kollegen ihres Mannes, Rock Basilone, um Hilfe gebeten. Eigentlich will Rose mit dem Militär nichts mehr zu tun haben, aber sie fühlt sich verpflichtet, den beiden Frauen zu helfen. Zu ihrer großen Überraschung fühlen sie und Rock sich schon bald unwiderstehlich zueinander hingezogen. Für die Liebe bleibt aber nicht viel Zeit, denn neben der Sorge um die verschwundenen Agentinnen gibt es auch noch die Gefahr, die von einem mächtigen afghanischen Warlord ausgeht...
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und wie fast immer bei Michelle Raven fand ich die Protagonisten richtig sympathisch und vernünftig. Hier gibt es keine übertrieben Macho-haften Alpha-Helden, die im Alleingang die ganze Welt retten, keine Hysterie und keine TSTL-Figuren, die sehenden Blickes in ihr Verderben rennen, um die Handlung voranzutreiben. Neben Rock und Rose (Moment mal, ich könnte schwören, daß es ein Parfüm dieses Namens gibt...aha, ich wußte es doch) und den anderen Navy SEALs folgt die Handlung auch den beiden Agentinnen Jade und Kyla. Dabei wird vor schlimmen Folterszenen nicht zurückgeschreckt, aber wenn die Handlung verlangt, daß eine Amerikanerin in Afghanistan gefangengenommen wird, ist das wohl kaum vermeidbar.
Ein paar kleinere Probleme hatte ich schon mit dem Buch. Da ist zunächst mal der Name der Sondereinheit, für die Jade und Kyla arbeiten. Die heißt TURT/LE. Leider habe ich mir die Stelle nicht markiert, wo die Abkürzung erklärt wird, und ich finde sie nicht wieder. Dummerweise habe ich statt TURT immer TURD gelesen. Dafür kann Michelle Raven natürlich nichts, aber es ist ein bißchen eklig. Ein deutlich größeres Problem habe ich allerdings mit dem Gedanken, Frauen als verdeckte Ermittlerinnen in ein Land zu schicken, in dem Frauen allgemein im gesellschaftlichen Ansehen irgendwo hinter Nutztieren, aber gerade noch vor Unrat stehen. Klar: als Verkleidung für Geheimagenten ist so eine Burka prima, denn darunter könnte wirklich jeder stecken, und solange statt der üblichen zwei nicht etwa vier Füße unten herausgucken, wird man nicht auffallen. Aber was nützt das schon, wenn man gar keine Bewegungsfreiheit hat und außer "Geh mir aus dem Weg, Frau!" niemand etwas Bedeutsames zu einem sagt?
Trotzdem: Gefährlicher Einsatz ist ein spannendes Buch und hat mich ausgezeichnet unterhalten. Das nächste Buch der Serie werde ich definitiv auch lesen.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und wie fast immer bei Michelle Raven fand ich die Protagonisten richtig sympathisch und vernünftig. Hier gibt es keine übertrieben Macho-haften Alpha-Helden, die im Alleingang die ganze Welt retten, keine Hysterie und keine TSTL-Figuren, die sehenden Blickes in ihr Verderben rennen, um die Handlung voranzutreiben. Neben Rock und Rose (Moment mal, ich könnte schwören, daß es ein Parfüm dieses Namens gibt...aha, ich wußte es doch) und den anderen Navy SEALs folgt die Handlung auch den beiden Agentinnen Jade und Kyla. Dabei wird vor schlimmen Folterszenen nicht zurückgeschreckt, aber wenn die Handlung verlangt, daß eine Amerikanerin in Afghanistan gefangengenommen wird, ist das wohl kaum vermeidbar.
Ein paar kleinere Probleme hatte ich schon mit dem Buch. Da ist zunächst mal der Name der Sondereinheit, für die Jade und Kyla arbeiten. Die heißt TURT/LE. Leider habe ich mir die Stelle nicht markiert, wo die Abkürzung erklärt wird, und ich finde sie nicht wieder. Dummerweise habe ich statt TURT immer TURD gelesen. Dafür kann Michelle Raven natürlich nichts, aber es ist ein bißchen eklig. Ein deutlich größeres Problem habe ich allerdings mit dem Gedanken, Frauen als verdeckte Ermittlerinnen in ein Land zu schicken, in dem Frauen allgemein im gesellschaftlichen Ansehen irgendwo hinter Nutztieren, aber gerade noch vor Unrat stehen. Klar: als Verkleidung für Geheimagenten ist so eine Burka prima, denn darunter könnte wirklich jeder stecken, und solange statt der üblichen zwei nicht etwa vier Füße unten herausgucken, wird man nicht auffallen. Aber was nützt das schon, wenn man gar keine Bewegungsfreiheit hat und außer "Geh mir aus dem Weg, Frau!" niemand etwas Bedeutsames zu einem sagt?
Trotzdem: Gefährlicher Einsatz ist ein spannendes Buch und hat mich ausgezeichnet unterhalten. Das nächste Buch der Serie werde ich definitiv auch lesen.
Dienstag, 12. Februar 2013
Erzähl mir nix!
Habt ihr zufällig letzten Freitag die neue Serie The Finder auf Kabel 1 gesehen? Also für mich ist ja grundsätzlich alles interessant, was in Florida spielt (was würde ich da gerne mal wieder Urlaub machen!), deswegen habe ich mir die Serie auch angeschaut. Leider fand ich sie furchtbar öde. 80 % der Dialoge bestanden aus schnarchlangweiligem Infodump. Dabei ist die Devise "show don't tell" für Filme oder Serien ja eigentlich noch wichtiger als für Bücher. Wer immer das Drehbuch für The Finder geschrieben hat, hat das aber offenbar anders gesehen. Die Exzentrik des Protagonisten wirkte auch die ganze Zeit wie gewollt, aber nicht gekonnt - und wieso der Typ mit (dem Aussehen nach) Anfang / Mitte 30 schon ein hochdekorierter Ex-Soldat mit sämtlichen dem amerikanischen Militär bekannten Orden ist, das hat man dann doch verschwiegen. Ich kann's mir aber denken. Wahrscheinlich hat er sich als 15jähriger mit gefälschten Dokumenten bei der Army beworben, wie der unvergeßliche Jake aus Hard to Hold...
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